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Sachsen setzt auch im Gesundheitswesen auf Netzwerke

Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit verbindet Hightech und Medizin

Mit dem Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit entsteht auf dem Gelände des Dresdner Universitätsklinikums in den kommenden Jahren der erste wirklich integrierte eHealth Campus.

Mit einem Konzept, das künstliche Intelligenz, Medizin- und Sensortechnik, Digitalisierung und patientennahe klinische Forschung interdisziplinär verknüpft, ist es der Exzellenzuniversität TU Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus gelungen, in einem deutschlandweiten Wettbewerb zu überzeugen. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung stellt dem Projektkonsortium für das Modellvorhaben über zehn Jahre Fördermittel in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Zu den Antragstellern gehörten neben der Hochschulmedizin Dresden auch die Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik sowie die Fakultät Informatik der TU Dresden. Weil digitale Technologien, Sensoren, drahtlose Kommunikation, Robotik und maschinelles Lernen auch auf dem Gebiet der Krankenversorgung ein hohes wissenschaftliches Potenzial bieten, wollen die Dresdner Forscher die Kooperation zwischen Hightech und Medizin zum Nutzen der Patienten ausbauen.

So soll ein interaktives »Living Lab« mit Operationsräumen, regulären und Intensivbetten entstehen. Nach dem Auslaufen der Förderung wird das Zentrum von der Hochschulmedizin Dresden weitergeführt.

»Wir sind bereits heute dabei, die traditionellen Grenzen von Medizin, Ingenieurwissenschaften und Informatik zu überwinden und eine neue strukturierte Interdisziplinarität, physische Nähe und gemeinsame Ausbildungsstrukturen zu schaffen.«

(Stefanie Speidel, Professorin für Translationale Chirurgische Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden – NCT/UCC)

Sachsen treibt Digitalisierung von Krankenhäusern voran

Software soll mit dazu beitragen, dass in Sachsens Krankenhäusern Ärzte und Pflegepersonal mehr Zeit für ihre Patienten haben. Die Landesregierung stellt daher für die Digitalisierung im Gesundheitswesen im Doppelhaushalt 2019/2020 30 Millionen Euro bereit.

Mit diesen Finanzmitteln können Krankenhäuser technische Hilfsmittel wie Tablets anschaffen, den Datenverkehr mit Firewalls sichern oder mit Hilfe von Software organisatorische und administrative Prozesse vereinfachen.

Für die Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen sowie den Aufbau einer IT- und Datentransportplattform wurde zudem das Projekt »Health.connect« ins Leben gerufen. Die acht beteiligten Partner, darunter das Rechenzentrum der Universität Leipzig, das MVZ Mittweida und Unternehmen wie die Leipziger evermind GmbH, ewerk Medical Care GmbH, Tecont GmbH oder e-dox AG, arbeiten in dem vom Freistaat Sachsen mit 1,3 Millionen Euro geförderten Projekt daran, Verbesserungen entlang der gesamten Versorgungskette zu erreichen.

Projekt »CCS Telehealth Ostsachsen«: Medizinische Versorgung für strukturschwache Regionen

Telemedizin ermöglicht eine bessere medizinische Versorgung von Patienten vor allem auch in ländlichen Regionen. Von diesen Möglichkeiten profitieren die Menschen in Sachsen. Deshalb fördert der Freistaat u. a. die Plattform »CCS Telehealth Ostsachsen«. Dieses europaweit erste offene, überregionale telemedizinische Netzwerk trägt dazu bei, den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und dem Fachkräftemangel in Gesundheitsfachberufen zu begegnen.

Aus diesem Grund hat Sachsen in einem ersten Schritt in die Entwicklung einer IT-Infrastruktur investiert. Über diese sollen die telemedizinischen Dienstleistungen aus verschiedensten medizinischen Fachgebieten erbracht werden.

Das Thema Konnektivität und minimale Latenzzeit wird hier in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Als Beispiel seien Operationen genannt, bei denen sich Patient und Chirurg nicht am gleichen Ort befinden. Der Chirurg sitzt an einem Bildschirm und steuert die Instrumente per Computer und Datenübertragung. Verzögerungen bei der Datenübertragung wären hier lebensgefährlich.

»Die Telemedizin überwindet räumliche Grenzen und wird so zum verlängerten Arm der Expertenmedizin in ländlichen Gebieten...«

(Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, am 23. Juni 2017 bei der Übergabe des Fördermittelbescheids für die beiden telemedizinischen Behandlungsnetzwerke »Telemedizinisches Netzwerk Psychotraumatologie Sachsen (TeleNePS)« und das »Integrierte Betreuungsportal Multiple Sklerose (IBMS)«. Beide Projekte knüpfen an die Telemedizin-Plattform »CCS Telehealth Ostsachsen« an.)

Start-ups aus dem SpinLab Leipzig: Innovative Ansätze für die medizinische Versorgung

Ein wichtiger Partner der Sächsischen Staatsregierung ist das SpinLab in Leipzig, das Gründerzentrum der HHL Leipzig Graduate School of Management. Innovationen für eine Verbesserung der medizinischen Versorgung sind immer wieder ein wichtiges Motiv der Start-ups, die durch das SpinLab unterstützt werden.

Ein Spezialgebiet ist dabei die Verknüpfung von Künstlicher Intelligenz und E-Health-Konzepten, die einen Beitrag zur Steigerung der medizinischen Qualität in Sachsen leisten können.

Spin Lab – The HHL Accelerator ist es zudem gelungen, mit »Smart Infrastructure Ventures« den ersten Venture Capital Fonds (= Wagniskapital-/ Investment-Fonds, der privates Beteiligungskapital in Start-ups investiert) in den neuen Bundesländern ins Leben zu rufen.

Biotechnologie-Cluster Biosaxony

Basis für die beeindruckenden Entwicklungen in Sachsen im e-Health-Bereich ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Branchennetzwerken wie z. B. Biosaxony, dem sächsischen Cluster für Biotechnologie und Medizintechnik. Sie stärken Sachsens internationales Renommee als dynamisch wachsender Wirtschaftsstandort für hervorragende medizintechnische Produkte und als attraktive Region für Investoren.

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