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Kompetenz aus Sachsen

Unternehmen aus dem Freistaat sind bei Automatisierung Marktführer

Ohne Digitalisierung kann kein Unternehmen dauerhaft im Wettbewerb bestehen. Roboter, vernetzte Systeme sowie moderne Informations- und Kommunikationstechnik sollen die Menschen in Zukunft noch besser unterstützen, als dies bislang möglich ist.

Schon heute gehören sächsische Unternehmen im Bereich der Automatisierung zu den Marktführern. Viele Branchen im Freistaat setzen auf hochautomatisierte Fertigungslinien. So stehen in den Produktionshallen der Automobilwerke tausende Roboter. Die sächsische Halbleiterindustrie mit ihren aufwendigen Produktionsprozessen gehört ebenfalls zu den Pionieren in Sachen Industrie 4.0.

Infineon Dresden: Flexibel durch intelligent vernetzte Produktion

Ein Blick in die Produktion: Automatische Transportsysteme in weißer Umgebung
Hochautomatisierte Industrie-4.0-Fertigung von Infineon Dresden.  © Infineon

Wie die digitalisierte Fertigung der Zukunft aussehen wird, das ist schon heute bei der Infineon Technologies AG in Dresden live erlebbar. Das Unternehmen hat seine 300-Millimeter-Volumenproduktion für Leistungshalbleiter von Anfang an als hochautomatisierte Fabrik gebaut. Die 200-Millimeter-Fertigungslinie wurde ebenfalls mit neuester Technik ausgestattet.

Heute gehört sie zu den modernsten der Welt: Den Wafertransport übernehmen Roboter, Sensoren erfassen eine Vielzahl von Daten; über zentrale Softwaresysteme erfolgt automatisch die Steuerung der Produktion. So wird die Fertigung beständig optimiert.

Infineon hat am Standort Dresden seit 1994 mehr als drei Milliarden Euro investiert. Die Entwicklung der Systeme für die autonome Fabrikautomation bei Infineon Technologies Dresden und die Clusterforschung an den mobilen Robotern, die dabei zum Einsatz kommen, förderte der Freistaat gemeinsam mit der EU und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE.

Da alle Werke des Unternehmens miteinander vernetzt sind, kann Infineon neueste Technologien, die in Dresden entstanden sind, ohne Zeitverzug weltweit einsetzen. Seit 2018 gibt es am Standort Dresden ein Entwicklungszentrum des Konzerns. Dort wird vor allem an neuen Produkten und Lösungen für Automobil- und Leistungselektronik gearbeitet. Forschungsschwerpunkt ist zudem die Künstliche Intelligenz (KI).

Fabmatics GmbH Dresden: Experte für Automatisierungslösungen

Das von Fabmatics entwickelte fahrerlose Transportsystem erledigt Transportaufträge zwischen Prozessanlagen sowie Handhabungsaufgaben zur Be- und Entladung von Prozessanlagen ohne manuelles Eingreifen.  © Fabmatics

Bei der nachträglichen Automatisierung von 200-Millimeter-Halbleiterfabs vertrauen weltweit viele Chiphersteller auf die überragende Kompetenz der Dresdner Fabmatics GmbH. Das traditionsreiche sächsische Unternehmen war auch Partner von Infineon Dresden bei der erfolgreichen Modernisierung der Fertigung.

Doch nicht nur für die Halbleiterindustrie, auch für andere Branchen mit besonders hohen Anforderungen an Reinheit und Präzision wie Photovoltaik, Elektronik, Medizintechnik, Pharma-Industrie oder Großlabore bietet Fabmatics Automatisierungslösungen nach Maß an.

Das Unternehmen blickt auf eine rund 30-jährige Expertise. Es entstand 2016 aus der Fusion der Roth & Rau – Ortner GmbH Dresden mit der HAP GmbH Dresden. Integrationswissen traf hierbei auf Fertigungswissen, worauf heute der Erfolg von Fabmatics beruht. Die Fabmatics GmbH, inklusive ihrer Tochtergesellschaft Fabmatics USA Inc. in Sandy (Utah), ist weltweit tätig und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.

Wandelbots GmbH

Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (l.) mit Wandelbots-CEO Georg Püschel und Gründerin Maria Piechnick in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden bei der Demonstration einer Erprobungsstation von Wandelbots.  © Volkswagen Gläserne Manufaktur/Oliver Killig

Mehr Flexibilität in der Automatisierung verschafft die Dresdner Wandelbots GmbH ihren Kunden. Dazu setzt das Startup, 2017 gegründet von Mitarbeitern der Informatik-Fakultät der TU Dresden, auf smarte Kleidungsstücke und spezielle Software. Damit ist es dem jungen Team gelungen, ein Problem zu lösen, das bislang den variablen Einsatz von Robotern verhinderte. Denn üblicherweise müssen Industrieroboter mit hohem Zeit- und Kostenaufwand neu programmiert werden, wenn sie neue Arbeitsaufgaben übernehmen sollen.

Dank Wandelbots geht das nun sehr viel einfacher und schneller: Mit Hilfe von Jacken und Handschuhen, in die Sensoren integriert sind, kann jeder Mitarbeiter dem Roboter demonstrieren, welche Bewegungen er ausführen soll. Software erstellt dann das neue Steuerprogramm. Als die jungen Forscher ihre Innovation auf der Hannover Messe vorstellten, war das Interesse enorm. Mittlerweile nutzen zahlreiche etablierte Unternehmen das Know-how von Wandelbots, beispielsweise Infineon und Volkswagen.

SYSTEMA GmbH Dresden: Kompetenz aus Sachsen sichert Arbeitsplätze

Industrie-4.0-Technologien setzt die Dresdner SYSTEMA GmbH im Bereich der Prozessautomatisierung und Anlagenintegration ein. Das ist aber nicht nur ein Thema für die Großindustrie, sondern auch für den Mittelstand, wie das Unternehmen zeigt. So demonstrierte SYSTEMA auf der Hannover-Messe 2017 anhand der Einzelfertigung von Schuhen die Chancen, die sich durch flexiblere Fertigungsprozesse und kleinere Losgrößen ergeben: Kunden fordern digital einen für sie individualisierten Schuh an, der in einem automatisierten Prozess schnell und kostengünstig gefertigt wird – und das am Standort Deutschland. So kann die intelligente Produktion auf Basis von Industrie 4.0 auch in kleineren Unternehmen Arbeitsplätze sichern und zusätzliche Jobs schaffen.

Bosch: Neues Werk in Dresden setzt auf Industrie 4.0

Bosch Grundsteinlegung mit 6 Männern, welche Maurerkellen in den Händen halten
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (3.v.r.) mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (2.v.l.) und Bosch-Geschäftsführer Dr.-Ing. Dirk Hoheisel (3.v.l.) am 25. Juni 2018 bei der feierlichen Grundsteinlegung für die »Wafer Fab RB 300« der Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH.  © Robert Bosch GmbH

Bosch investiert in Dresden derzeit eine Milliarde Euro, um eine komplett neue Fertigungsstätte für Halbleiterchips auf Basis der 300-Millimeter-Technologie zu errichten. Dabei handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der 130-jährigen Geschichte des Unternehmens. 700 neue Arbeitsplätze werden dadurch in Dresden geschaffen. Am neuen Standort will Bosch Chips für die Anwendungsbereiche Mobilität, »Industrie 4.0« und »Internet der Dinge« produzieren.

Der Einsatz von Industrie 4.0 wird im neuen Werk auch praktisch erlebbar sein: Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz analysieren die hochautomatisierten und vernetzten Fertigungsanlagen ihre Prozessdaten selbst, um ihre Abläufe zu optimieren. Damit erhöht sich die Qualität der Chips bei sinkenden Fertigungskosten. Ebenso können die Planungs- und Prozessingenieure jederzeit auf diese Fertigungsdaten zugreifen, um die Entwicklung neuer Halbleiterprodukte zu beschleunigen oder Toleranzen in der Herstellung frühzeitig zu minimieren.

Netzwerke als Standortfaktor

Logo Automation Network Dresden

Engagierte Branchennetzwerke unterstützen in Sachsen die Kooperationen zwischen Großkonzernen, innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungsinstituten. Im Bereich der Automatisierung setzt das Automation Network Dresden (AND) Maßstäbe.

Die Mitgliedsunternehmen AIS Automation Dresden GmbH, Fabmatics GmbH, SYSTEMA GmbH und XENON Automatisierungstechnik GmbH führen in diesem Verbund ihre Hard- und Softwarekompetenzen zusammen. Dadurch sind sie in der Lage, ihren Kunden weltweit komplexe Automatisierungslösungen anzubieten. Alljährlich lädt das Netzwerk zudem in Dresden sowie in Hillsboro (Oregon/USA) zum Innovationsforum ein. Auf diesem renommierten Expertentreffen diskutieren Unternehmer, Ingenieure und Wissenschaftler über aktuelle Herausforderungen, neue Technologien und über die Zukunft der Automatisierung.

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