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Halbleiterhersteller forschen in Dresden

Infineon Dresden – modernste Technologie in einer Innovationsfabrik

Blick in eine Halbleiter-Fertigungshalle der Infineon Technologies Dresden GmbH.
Hochautomatisierte Industrie-4.0-Fertigung von Infineon Dresden.  © Infineon

Im Dresdner Werk von Infineon ist Industrie 4.0 hautnah in der Praxis erlebbar. Das Werk ist eine smarte Fabrik und vollständig mit Robotern ausgerüstet. 2.500 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Mehr als 400 verschiedene Produkte werden hergestellt.

Die Hochvolumen-Fertigung für Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern wurde von Beginn an als weitgehend automatisierte Produktionslinie geplant. Die 200-Millimeter-Produktionslinie ist in den vergangenen Jahren zur weltweit am höchsten automatisierten 200-Millimeter-Fabrik ausgebaut worden.

Infineon Dresden ist eine Innovationsfabrik. Das Unternehmen ist mit seiner breiten Expertise in rund 50 F&E-Projekte (Forschung & Entwicklung) eingebunden. Dazu zählen u. a. »eRamp«, ein bedeutendes europäisches Pilotlinienprojekt zur Herstellung von Leistungselektronik, und »IoSense«, ein ebenfalls durch die EU gefördertes Forschungsprojekt zu Sensoren und Sensorsystemen.
Das ECSEL-Projekt »Power2Power« (ECSEL = Electronic Components and Systems for European Leadership) ist im Sommer 2019 gestartet. An ihm wirken 43 Partner aus 8 Ländern mit. Es wird von Infineon koordiniert und hat die Entwicklung neuartiger Leistungshalbleiter mit höherer Leistungsdichte und Energieeffizienz zum Ziel.

Seit 2018 gibt es am Standort Dresden ein Entwicklungszentrum des Konzerns. Dort wird an neuen Produkten und Lösungen für Automobil- und Leistungselektronik gearbeitet. Forschungsschwerpunkt ist die Künstliche Intelligenz (KI).

Globalfoundries bereitet dem Mittelstand den Weg zur Digitalisierung

Die Fab 1 von Globalfoundries im Dresdner Norden. Das Unternehmen hat dort seit der Gründung mehr als 12 Milliarden US-Dollar investiert.  © Globalfoundries

Auch Globalfoundries arbeitet in Dresden an neuen Produkten. Das Unternehmen, nach TSMC zweitgrößter Auftragsfertiger der Welt, betreibt unweit vom Flughafen seine Fab 1, eine der modernsten und produktivsten 300-Millimeter-Chipfabriken der Welt. 3.000 Ingenieure, Techniker und Spezialisten sind dort tätig. Das Unternehmen hat bisher mehr als 12 Milliarden US-Dollar in Dresden investiert.

In Dresden hat Globalfoundries die sogenannte FDX-Technologie entwickelt: Fully-Depleted Silicon-on-Insulator (FD-SOI) ermöglicht leistungsstarke und kostengünstige Schaltkreise mit einem besonders niedrigen Energiebedarf.

FDX-Chips werden überall dort eingesetzt, wo ein geringer Stromverbrauch wichtiger ist als Höchstleistungen: »Internet der Dinge«, Smartphone-Prozessoren, Automobilelektronik und weitere durch Batterien mit Energie versorgte Applikationen. In dem europäischen Verbundprojekt »THINGS2DO« haben in jüngster Vergangenheit mehr als 40 Partner, 12 davon aus Deutschland, Designgrundlagen für die 22FDX-Technologie geschaffen (also FDX-Technologie auf Basis eines 22 Nanometer Technologieknotens), um der europäischen Industrie den Zugang dazu zu ermöglichen.

Das Unternehmen sensry GmbH soll insbesondere dem innovativen Mittelstand die Nutzung von 22 FDX erleichtern. Es ist aus dem Projekt »Universelle Sensorplattform« (USeP) hervorgegangen, das vom Freistaat Sachsen und von der Europäischen Union gefördert wurde. Gesellschafter sind Globalfoundries, die Fraunhofer-Gesellschaft und der Berliner Inkubator und Start-up-Schmiede Next Big Thing GmbH, die junge Fintech-Unternehmen fördert.

Bosch baut neue Chipfabrik

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (3.v.r.) mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (2.v.l.) und Bosch-Geschäftsführer Dr.-Ing. Dirk Hoheisel (3.v.l.) am 25. Juni 2018 bei der feierlichen Grundsteinlegung für die »Wafer Fab RB 300« der Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH.  © Robert Bosch GmbH

Jüngster Erfolg für den Standort Sachsen: Bosch errichtet derzeit im Norden von Dresden eine Chipfabrik – dabei handelt es sich um den ersten Fab-Neubau in Europa seit 1999. Das Unternehmen wird eine Milliarde Euro investieren und rund 700 neue Arbeitsplätze schaffen. Auch eine Entwicklungsabteilung soll in Dresden entstehen.

Die Grundsteinlegung für das neue Werk erfolgte am 25. Juni 2018; die Gebäude stehen bereits, und die ersten Mitarbeiter haben ihre Büros bezogen. Ab 2021 will Bosch in der sächsischen Landeshauptstadt auf 300-Millimeter-Wafern Chips für Anwendungen in der Mobilität und im »Internet der Dinge« produzieren.

Der Einsatz von Industrie 4.0 wird im neuen Werk auch praktisch erlebbar sein: Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) analysieren die hochautomatisierten und vernetzten Fertigungsanlagen ihre Prozessdaten selbst, um ihre Abläufe zu optimieren. Damit erhöht sich die Qualität der Chips bei sinkenden Fertigungskosten. Ebenso können die Planungs- und Prozessingenieure jederzeit auf diese Fertigungsdaten zugreifen, um die Entwicklung neuer Halbleiterprodukte zu beschleunigen oder Toleranzen in der Herstellung frühzeitig zu minimieren.

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