Hauptinhalt

Sächsische Unternehmen und MEMS

Großunternehmen wie die Infineon Technologies Dresden GmbH und die X-FAB Dresden GmbH & Co. KG produzieren auch Mikro-Elektro-Mechanische Systeme (MEMS) in der sächsischen Landeshauptstadt. Für die Infineon Technologies AG ist Dresden einer der größten und modernsten Fertigungsstandorte. Mittlerweile betreibt Infineon in der sächsischen Landeshauptstadt zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die Foundry X-FAB übernimmt die Auftragsfertigung für Anbieter ohne eigene Chip-Produktion.

Zuwachs am Standort Sachsen: Bosch baut neue Chipfabrik in Dresden

MEMS-Scanner
Der hochpräzise MEMS-Scanner BML050 von Bosch Sensortec. Er nutzt zwei winzige MEMS-Spiegel, um mit einem RGB-Farblaser ein Bild auf beliebige Oberflächen zu projizieren. Der kompakte und energieeffiziente BML050 eignet sich ideal für Geräte, bei denen Größe und Energieverbrauch eine wichtige Rolle spielen.  © Bosch Sensortec

Bosch gehört bei den MEMS weltweit zu den Pionieren und Technologieführern. Der Bosch-Konzern entwickelt seit 2013 bei der Bosch Sensortec GmbH in Dresden anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise (ASICs) für MEMS-Sensoren.

Diese kommen beispielsweise in der Automobilindustrie, aber auch in Smartphones, Tablet-PCs, Wearables (tragbare Computersysteme wie Smartewatches, Activity Tracker, Hörgeräte, Herzschrittmacher etc.), oder für das »Internet der Dinge« zum Einsatz. Die Tätigkeiten am sächsischen Standort umfassen Konzeption, Entwicklung und Industrialisierung von Mixed-Signal-ASICs mit innovativen Schaltungskonzepten.

Im Juni 2017 überraschte Bosch mit einer sensationellen Nachricht: Das Unternehmen wird eine neue Chipfabrik in Dresden errichten. Dabei handelt es sich um den ersten Neubau eines Halbleiterwerks in Europa seit 1999. Das Unternehmen wird eine Milliarde Euro investieren – die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte. Ab 2021 will Bosch in der sächsischen Landeshauptstadt auf 300-Millimeter-Wafern Chips für Anwendungen in der Mobilität und im »Internet der Dinge« produzieren.

Die Dresdner Chipfabrik von Bosch in Zahlen

Investition von Bosch 1 Milliarde Euro
Fördermittel des Bundes 200 Millionen Euro
Fördermittel des Freistaates Sachsen Bis zu 100 Millionen Euro
Baubeginn 2018
Produktionsstart 2021
Neue Arbeitsplätze 700

Wir begrüßen die Investitionsentscheidung von Bosch in Sachsen. Die Stärkung der Halbleiterkompetenz in Deutschland und damit auch in Europa ist eine Investition in eine zentrale Zukunftstechnologie und damit ein ganz wichtiger Schritt für den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit auch des Industriestandorts Deutschland.

(Brigitte Zypries, damals Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, am 19. Juni 2017 zu den an diesem Tag angekündigten Investitionen von Bosch in den Hochtechnologiestandort Deutschland)

Das ist die nächste gute Entscheidung für Europas führenden Mikroelektronik-Cluster hier bei uns in Sachsen. Ich danke Bosch für das Vertrauen in den Standort, seine Mitarbeiter und die sächsische Innovationskraft. Neuartige Produkte für das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind mit die wichtigsten Themen in der Mikroelektronikbranche und der europäischen Industrie.

(Stanislaw Tillich, damals sächsische Ministerpräsident, am 19. Juni 2017 auf der Pressekonferenz in Berlin zu den geplanten Investitionen von Bosch in Sachsen)

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH
Der damalige sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich(r, CDU) und Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, geben sich am 19. Juni 2017 in Berlin nach einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeswirtschaftsministerium die Hand. Bosch verkündete an dem Tag den geplanten Bau einer neuen Chipfabrik in Dresden.  © dpa
Die neue Fertigung für Halbleiter ist die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch.

(Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, am 19. Juni 2017 auf der Pressekonferenz in Berlin zu den geplanten Investitionen von Bosch in Sachsen)

Der Wirtschaftsstandort Dresden bietet uns für den Ausbau unserer Halbleiterkompetenz gute Voraussetzungen.

(Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, am 19. Juni 2017 auf der Pressekonferenz in Berlin zu den geplanten Investitionen von Bosch in Sachsen)

Weiterführende Links

Innovativer sächsischer Mittelstand punktet bei MEMS-Entwicklung

Im starken und innovationsfreudigen sächsischen Mittelstand finden sich zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen, die im Bereich MEMS-Entwicklung erfolgreich tätig sind.

IDT Europe GmbH, Dresden

Die IDT Europe GmbH ist 2016 durch die Übernahme der Zentrum Mikroelektronik Dresden AG (ZMD) entstanden. Sie ist ein globaler Anbieter von analogen und digital/analogen Halbleiterlösungen für die Bereiche Automotive, Industrie, Medizin, IT und Consumer. Ihre Lösungen ermöglichen es den Kunden, Produkte für Power Management, Beleuchtung und Sensorik zu entwickeln, die ein Höchstmaß an Energieeffizienz bieten.

First Sensor Mobility GmbH, Dresden

First Sensor entwickelt und produziert weltweit kundenspezifische Lösungen vom Chip über Komponenten und Sensoren bis zum Sensorsystem für den Wachstumsmarkt Sensorik. In Dresden werden Sensoren und Sensorsysteme für die Automobilbranche gefertigt. Dabei verfügt der Standort über eine herausragende Expertise hinsichtlich Drucksensoren und Kameras für Fahrerassistenzsysteme – die die Basis für das teil- und vollautonome Fahren bilden.

HEIMANN Sensor GmbH, Dresden

Die HEIMANN Sensor GmbH entwickelt Infrarotsensoren zur berührungslosen Temperaturmessung und für die NDIR Gasanalyse. Einsatzbereiche für Heimann-Sensor-Produkte finden sich in der Medizintechnik (z. B. Körpertemperatur, Anästhesie- und Atemgase), Haushaltsgerätetechnik (z. B. Kochsensorik, Toaster, Haartrockner, Klimaanlagen, CO²), Automobiltechnik (z. B. Temperatur, Klimaregelung, Anwesenheit, Nachtsicht) sowie in der industriellen Messtechnik (Pyrometer, Infrarotkameras, Gaskonzentrationen).

ADZ NAGANO GmbH, Ottendorf-Okrilla

Die ADZ NAGANO GmbH ist spezialisiert auf technisch ausgereifte, qualitativ hochwertige und robuste Druckmesstechnik für den weltweiten Einsatz in der Industrie. Das Unternehmen punktet dabei mit kundenspezifischen Lösungen für Abnehmer aus der Luft- und Raumfahrttechnik, der Prozesstechnik, der Kfz-Industrie und allen Bereichen, in denen pneumatische und hydraulische Anlagen eingesetzt werden.

EDC Elektronic Design Chemnitz GmbH, Chemnitz

Die EDC Elektronic Design Chemnitz GmbH besitzt umfangreiche Expertise bei der Entwicklung und Fertigung von anwendungsspezifischen elektronischen Systemen für Automatisierungsaufgaben, Antriebsapplikationen und Sensoranwendungen. Bei der Realisierung der Aufträge kommen insbesondere analoge und mixed-signal Halbleitertechnologien, MEMS-Technologien und neue Verfahren der Aufbau- und Verbindungstechnik (AVT) sowie neue Halbleitermaterialien aus dem Bereich der Smart Power Systems zum Einsatz.

 

zurück zum Seitenanfang