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Sachsen als KI-Standort

Eine bildliche Darstellung einer digitalen Wolke.

Was ist KI und wozu brauchen wir sie?

Mit dem Oberbegriff KI werden Anwendungen und Systeme beschrieben, die in der Lage sind, Aufgaben zu lösen, die bisher nur als vom Menschen lösbar galten. Durch Verfahren des maschinellen Lernens werden Maschinen in die Lage versetzt, Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen und einzuordnen sowie sich eigenständig an neue Herausforderungen anzupassen.

Weit über die derzeitigen KI-Einsatzbereiche reichen die Hoffnungen, was mit zunehmender Anwendung von KI in naher Zukunft möglich sein wird:

  • Große Datenbestände können mittels KI-Methoden effizienter ausgewertet werden. So werden die Extraktion von Wissen und damit der Erkenntnisgewinn auf ganz neue Ebenen gehoben. Dies gilt für Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie gleichermaßen.
  • Die Medizin wird große Fortschritte machen, weil KI in kurzer Zeit große medizinische Datenmengen auswerten kann und dadurch Diagnosen und Therapien sehr viel individueller und erfolgreicher sein werden. Die Hoffnung und Erwartung vieler ist, dass durch KI bisher als unheilbar geltende Krankheiten besser bekämpft werden können.
  • Produktionsprozesse werden mit Hilfe von KI effizienter und ressourcenschonender und tragen somit dazu bei, unsere Umwelt zu entlasten und zu schützen.
  • Die Vision vom Autonomen Fahren wird durch den Einsatz von KI greifbarer – verbunden mit der Aussicht, den Straßenverkehr sicherer zu machen und die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten noch weiter zu senken, die individuelle Unabhängigkeit der Menschen zu stärken und somit auch zur Steigerung der Attraktivität von ländlichen Räumen als Wohn- und Lebensraum beizutragen.
  • KI-Anwendungen können Beschäftigte von eintönigen, sich wiederholenden Arbeitsvorgängen entlasten und somit Möglichkeiten schaffen, die Arbeitskraft produktiver und kreativer einzusetzen. Das birgt die Chance, die Arbeitswelt besser und menschlicher zu gestalten.

Dies sind nur einige Ausblicke in die Zukunft der KI. Und es ist noch nicht vollständig abzusehen, welche Auswirkungen – positiver wie negativer Art – der zunehmende Einsatz von KI-Technologien und -Anwendungen haben wird.

Klar ist aber, dass der rasche Fortschritt in der KI-Technologie Deutschland und den Freistaat Sachsen in einer Phase erreicht, in der die notwendige und grundlegende digitale Transformation von Unternehmen, Geschäftsmodellen und Verwaltung in weiten Teilen noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig entsteht durch die Aktivitäten großer, global aufgestellter Technologie-Unternehmen im Bereich KI ein erheblicher Handlungsdruck, aus europäischer und nationaler Perspektive mit den weiteren Entwicklungen auf dem Feld der KI Schritt zu halten.

Die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahre hat eines deutlich gemacht: Die Künstliche Intelligenz wird auf vielfältige Art und Weise Einzug in unser Leben halten. KI-Anwendungen haben die Fähigkeit, zu umwälzenden Veränderungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu führen und auf diese Weise ihren Einfluss auf alle Lebensbereiche weiter auszudehnen.

Wir begeben uns auf den Weg, diesen Fragen nachzugehen. Wir müssen unsere Kompetenzen stärken, um die Potentiale von KI für Sachsen optimal nutzen und mögliche negative Effekte minimieren zu können.

Dabei müssen wir immer im Fokus behalten: KI muss den Menschen dienen, sie entlasten und unterstützen – sowie ethisch und verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Die dafür notwendigen Regeln und Rahmensetzungen können wir im Freistaat Sachsen nicht allein setzen, dies geschieht vorrangig auf der nationalen, der europäischen und nicht zuletzt auf der internationalen Ebene.

Aber wir können Impulse entwickeln und die spezifischen sächsischen Belange und Fähigkeiten im Bereich KI einbringen. So kann es gelingen, dass wir in Europa einen eigenen, erfolgreichen Weg im Umgang mit KI beschreiten können – einen menschen- und wertezentrierten Weg zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

Sachsen als KI-Standort

Maßgeblich für die Entwicklung von KI-Anwendungen ist das Zusammenspiel von Software und Hardware. Mit dem wichtigsten europäischen Mikroelektronikstandort in der Region Dresden und einer stark und dynamisch wachsenden IT-Industrie bietet sich für Sachsen eine einzigartige Chance, ein wichtiger Akteur in diesem Zusammenspiel zu sein.

Die sächsische Forschungslandschaft ist bei der KI-Grundlagenforschung sowohl inhaltlich als auch räumlich breit aufgestellt. An 23 außeruniversitären Einrichtungen und 24 Hochschulfakultäten und -instituten werden KI-Methoden erforscht. Alle vier großen deutschen Forschungsgesellschaften – Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft – arbeiten in Sachsen aktiv an dem Thema. Dies zeigten die Ergebnisse des Projektes „Künstliche Intelligenz – Kompetenzen und Innovationspotentiale in Sachsen“ (KIKiS) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS), Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme (EAS). Im Freistaat Sachsen sind viele erfolgreiche mittelständische Unternehmen, z. B. im regional klassisch starken Maschinenbau, ansässig, die in ihren Spezialgebieten zur Gruppe der Weltmarktführer zählen und sich auch international sehr gut in ihren jeweiligen Nischen behaupten. Sie verfügen über gute Voraussetzungen, um wirtschaftlich starke Positionen auch zukünftig durch die Integration von KI in ihre Produkte zu festigen und auszubauen.

Die Mehrzahl der erfassten sächsischen KI-Forschungseinrichtungen arbeitet an der Aufnahme und Analyse von Daten und erforscht Lösungen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung. Damit liegen die Schwerpunkte auf denselben KI-Anwendungsgebieten, in denen auch die sächsischen KI-Anbieter vorrangig aktiv sind.

Sachsen hat damit eine sehr gute Ausgangsposition, um den KI-Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu intensivieren und zu beschleunigen.

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